Wissenschaftliche Artikel von der Naturafoundation

Fischöltherapie: Emulsion hilft

Nur 20 Prozent aller Erwachsenen halten sich an die Gesundheitsempfehlung, zweimal in der Woche eine Portion Fisch zu essen. Daher ist Fischölsupplementierung kein überflüssiger Luxus. Für eine optimale Wirkung sind jedoch hohe Dosen erforderlich. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Emulsionen dieses Problem lösen. 

Emulgierung ist der Schlüssel zur Verdauung von Fettsäuren. Im Magen werden die Fettsäuren unter knetende Bewegungen und mithilfe von Magenlipasen in Fetttröpfchen umgewandelt. Im Dünndarm sorgen Gallensalze dafür, dass die Fettkügelchen noch kleiner werden, sodass die gesamte Kontaktoberfläche größer wird und die Lipasen der Bauchspeicheldrüse optimal ansetzen können. So entsteht eine Emulsion, die vom Darm leicht aufgenommen werden kann. Ist es daher nicht eine bessere Idee, anstelle von Öl oder Kapseln direkt eine Emulsion zu verabreichen? Dies haben Wissenschaftler untersucht.

Öl im Vergleich zur Emulsion

An der Untersuchung von Garaiova et al. nahmen 24 gesunde Freiwillige teil. Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt ein Ölgemisch aus Fischöl (43 %), Borretsch (31 %) und Leinsamen (26 %), die andere Hälfte erhielt die gleiche Mischung in Form einer Emulsion. Zu Beginn der Studie und während der postprandialen Periode wurden Plasmamessungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Emulsion eine viel stärkere Wirkung auf die Plasmakonzentrationen von EPA, DHA, ALA und GLA ausübte als die Ölmischung. Im Hinblick auf die Fischfettsäuren erwies sich die Resorption bei Öl als wesentlich geringer: bei EPA nur 33,6  % und bei DHA 44,3 % im Vergleich zur Emulsion.

Kapseln im Vergleich zur Emulsion

Die Studie von Raatz et al. untersuchte die Resorptionsunterschiede bei Fischölkapseln, die Triglyceride enthielten, und einer Emulsion auf der Basis des gleichen Fischöls. Diese Studie ist im Wesentlichen mit der Garaiova-Studie vergleichbar. Auch hier wurden EPA und DHA aus einer Emulsion deutlich besser aufgenommen. Als mögliche Erklärung führen die Forscher an, dass die Emulsion einen physiologischen Schritt überspringt und daher leichter durch die Lipasen der Bauchspeicheldrüse aufgespalten werden kann. Dies ermöglicht letztlich eine bessere Resorption durch die Darmwand.

Weitere Vorteile der Emulsion

Fettsäureemulsionen sind besser aufnehmbar als gewöhnliche Fischfettsäuren. In vielen Fällen kommt man daher mit einer niedrigeren Dosis aus. Auch bei Problemen mit der Fettverdauung bieten Fettemulsionen Vorteile, da sie diesen Schritt für eine gute Aufnehmbarkeit nicht benötigen. Ein weiterer großer Vorteil von Emulsionen ist, dass sie sowohl wasser- als auch fettlöslich sind und mit vielen Nahrungsmitteln vermischt werden können. All diese Faktoren sorgen insgesamt für mehr Komfort bei der Einnahme und tragen so zu einer besseren Therapietreue bei.

Omega-3-Mangel problematisch
Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle bei Gesundheit und Krankheit. Untersuchungen zeigen, dass eine Ernährung, die arm an diesen Fetten ist, das Erkrankungsrisiko erhöht. Vor allem die entzündungshemmenden Eigenschaften von EPA und DHA werden dringend benötigt. Diese beiden Fettsäuren reduzieren die Gentranskription von inflammatorischen Cytokinen, einschließlich Interleukin-1 (IL-1) und Tumor-Nekrose-Faktor-α (TNF-α). Außerdem halten sie die entzündungsfördernde Wirkung von Arachidonsäure in Schach. Eine Supplementierung mit Fischöl zeigt signifikante Verbesserungen unter anderem bei Herzerkrankungen, Sepsis, zystischer Fibrose, Diabetes, rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Depress

 

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News von Naturafoundation

Gesunder Lebensstil bremst Alzheimer

Was haben ausreichende Bewegung, mediterrane Küche und ein gesunder BMI gemeinsam? Alle drei verringern die Wahrscheinlichkeit, dass Sie im Alter an Alzheimer erkranken. Dies zeigt eine Studie der University of California (UCLA).

Eine Studie der University of California zeigt, dass gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und ein normaler BMI die Ablagerung von Proteinen im Gehirn hemmen können. Diese Proteine treten als Plaques und Tangles in und zwischen den Nervenzellen auf. Dieses Muster wird mit der Entstehung der Alzheimer-Krankheit in Zusammenhang gebracht.

Lebensstil auf molekularer Ebene

Alle 44 Teilnehmer hatten leichte Gedächtnisprobleme, ohne dass bereits von einer Demenz gesprochen werden konnte. Mit einem PET-Scanner untersuchten die Forscher die Proteinablagerungen im Gehirn. „Wir waren überrascht, wie gut wir den Einfluss des Lebensstils auf molekularer Ebene beobachten konnten, sogar bereits vor dem Auftreten von gravierenden Gedächtnisstörungen.“ Ergänzend wurden Daten zu Ernährung, Bewegung, BMI und weiteren Lebensstilfaktoren gesammelt.

Weniger Plaques und Tangles

Vor allem ausreichende Bewegung, mediterrane Küche und ein normaler BMI erwiesen sich als günstig. Jeder dieser Faktoren trug zu einer geringeren Menge an Plaques und Tangles im Gehirn bei.

Mediterrane Küche besteht vorwiegend aus Obst, Gemüse, Nüssen, Samen, Olivenöl, Eiern, Geflügel und Fisch und enthält relativ wenig Milchprodukte und rotes Fleisch. Diese Ernährungsweise hat entzündungshemmende Eigenschaften. Vielleicht spielt auch dies eine Rolle. In früheren Untersuchungen wurde nämlich bereits gezeigt, dass Entzündungen zur Entwicklung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer beitragen können.

Prävention und Früherkennung

„Unsere Studie bestätigt die Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils zur Prävention der Alzheimer-Krankheit“, erklären die Forscher. „Dies gibt uns nicht nur Aufschluss darüber, wie Patienten ihr Risiko für Alzheimer reduzieren können, sondern auch, wie Veränderungen im Gehirn als Folge des Lebensstils erfasst und abgebildet werden können.“

 

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